In der neuen Ausgabe der ARCH geht es um das Bauen im Bestand. Wir stellen Ihnen Bauten vor, die exemplarisch sind für Bauaufgaben, die derzeit vielerorts anstehen: Leerstehende Bürobauten, die zu Wohnungen umgewandelt werden, Wohnsiedlungen, die nachverdichtet werden, sowie Gebäude, die saniert und erweitert werden. So vielfältig die gegebenen Situationen sind, so bunt sind auch die Lösungen. Vom kaum merklichen Eingriff bis hin zur tiefgreifenden Überformung hat das Thema «Umbauen» viele Facetten. Alle hier gezeigten Projekte eint, dass sie architektonisch hochwertige Lösungen sind und dass Faserzement als neue Fassade oder Dachdeckung seinen Beitrag dazu leistet.
Bauen im Bestand ist eine herausfordernde und zugleich architektonisch bereichernde Bauaufgabe. Die Ausgabe der ARCH zum Thema „Umbauen“ zeigt, wie vielfältig das Weiterbauen sein kann und wie, wo und warum Architektinnen und Architekten Faserzement als Bekleidung für Dach und Fassade auswählen. In der Römerstrasse in Baden zum Beispiel wurden vier gleichförmige Bürobauten zu Wohnungen umfunktioniert. Charakteristisch für die Wohnbauten sind die hellen, mit Faserzement bekleideten Bandfassaden. Die Architekten Michael Meier und Marius Hug wählten Faserzement, weil sie nach etwas Papierenem, nach etwas mit scharfen Kanten suchten. Die Wohnbauten mögen auf den ersten Blick unspektakulär erscheinen. Doch überzeugt das Projekt durch eine zurückhaltende und im Detail raffinierte Gestaltung, die sich aus dem Bestand heraus entwickelt und dem Wohnen einen schönen Rahmen bietet.
Durch die Nachverdichtung einer Wohnsiedlung in Ostermundigen sind 110 neue Wohnungen entstanden. Alle Aufstockungen sind mit Faserzement bekleidet, variieren jedoch in der Ausführung, da die Häuser unterschiedlichen Eigentümer gehören, die wiederum unterschiedliche Architekturbüros mit der Planung beauftragten. Und dennoch ist es gelungen, den einheitlichen Charakter der Siedlung zu wahren.
Längst ist Umbau statt Neubau keine Frage mehr des Vielleichts, des Entweder-Oders, sondern eine Vorgabe unserer Zeit. Im Essay schreibt die österreichische Architekturpublizistin Gabriele Kaiser, dass es bei der Bauwende auch zunehmend um die Transformation von Bauwerken oder Arealen gehen muss, die keinen hohen baukulturellen Status haben. Ein schönes Beispiel hierfür ist die neue Kunsthalle Baselland, eine ehemalige Lagerhalle, die von den Schweizer Architekten Buchner Bründler umgebaut wurde. Weithin sichtbares Zeichen der Erneuerung sind drei Lichttürme, die das mit gewellten Faserzementplatten gedeckte Dach durchdringen. Wir hoffen, dass die ausgewählten Projekte und Textbeiträge inspirieren und Sie diese als Anregung aufgreifen.