Grau glänzende, gewellte Faserzementplatten von Swisspearl umhüllen den Betonkubus. An den offenen Fassadenecken ist die Stahlkonstruktion, auf der die Platten befestigt sind, sichtbar. Gerade hier wird die Ambivalenz zwischen den dünnen, leichten Faserzementplatten und dem massiven Betonkörper deutlich. „Wir haben uns für Wellplatten entschieden, da dieses Material stark mit landwirtschaftlichen und industriellen Bauten verbunden ist, es ist lokal und kulturell in der Schweiz verankert. Es hat auch eine ambivalente Erscheinung: Mal wirkt es wie Metall, mal zeigt es eine zementöse Oberfläche“, erklärt Architekt Oliver Lütjens von Lütjens Padmanabhan Architekt*innen.
Die Fassadenplatten sind geneigt und in mehreren zurückspringenden Reihen angeordnet. Zwischen den Plattenreihen sind Pflanzentröge eingehängt, aus denen Pflanzen wie aus Felsspalten wachsen und an der Fassade herunterhängen. Auf etwa zwei drittel Höhe des Gebäudes kippen die Platten dann plötzlich in die Gegenrichtung, sodass sich das Gebäude trichterförmig dem Himmel öffnet. „Wie eine Gottesanbeterin, die auf Regen wartet. Architektonisch verbindet sich das Gebäude mit dem Himmel und es wirkt symbolisch, als warte es auf Regen“, erklärt Architekt Oliver Lütjens.